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BESCHAFFUNG SCHRITT FÜR SCHRITT

Um Ihrer neuen Strategie einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, sollten Sie zunächst überlegen, was Sie von Ihren Lieferanten erwarten und umgekehrt ihre möglichen Erwartungen und Bedenken berücksichtigen.

Fragen an Ihre Lieferanten, die Ihnen den Einstieg in eine nachhaltige Beschaffung erleichtern

Sie haben Ihre Markenstrategie für die Beschaffung nachhaltiger Baumwolle festgelegt und sich für die Lieferanten entschieden, deren Unterstützung Sie benötigen und denen Sie eine Zusammenarbeit vorschlagen möchten. An dieser Stelle sollten Sie Ihre Ziele erklären und dafür sorgen, dass sie von Ihren Lieferanten verstanden werden.

In dieser Phase sollten Sie Ihre bestehende Lieferkette abbilden, um mögliche Störungen auf Grund der sich ändernden Bezugsgebiete und Fasermischungen zu identifizieren.

Dies sind einige der wichtigsten Fragen, die Sie Ihren Lieferanten stellen sollten:

  • Welche nachhaltigen Baumwolloptionen bieten Sie bereits an?

    Viele Lieferanten arbeiten auf Grund der Kundennachfrage bereits an der Aufnahme nachhaltiger Produkte in ihr Angebotsportfolio. Danach können Sie sich über die laufenden Bemühungen der Lieferanten informieren:

  • Woher beziehen Sie Ihre nachhaltige Baumwolle?

    Sie möchten sicherlich wissen, ob Ihre Lieferanten ihre üblichen Kontakte zu Baumwollproduzenten nutzen oder ob es ein weiteres Glied in der Lieferkette gibt.

  • Über welche Zertifizierungssysteme verfügen Sie ggf.?

    Dies ist für die Beschaffung bestimmter Baumwollsorten wichtig (Beispiel: Global Organic Textile Standard (GOTS) für Bio-Baumwolle).

  • Können Sie den Preis für Produkte aus konventioneller und aus zertifizierter Bio-Baumwolle veranschlagen? Was ist mit anderen Mischungen?

    Wenn die Beschaffung von 100 % zertifizierter Bio-Baumwolle zu teuer ist, ist der Einstieg in die Beschaffung von Baumwollmischungen sicher kostengünstiger. In einigen Fällen ist eine Mischung erforderlich – z.B. bei recycelter Baumwolle. Die direkte Zusammenarbeit mit einer Spinnerei oder einem vertikalen Lieferanten ist in der Regel der einfachste Weg, um Mischungen zu beschaffen.

  • Für welche Kunden liefern Sie bereits Baumwolle?

    Anhand bereits bestehender Lieferantenbeziehungen für nachhaltige Baumwolle können Sie Ziele, Richtlinien und Qualität überprüfen. Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass Sie sich in die Bestellungen anderer Kunden einklinken – der Kauf größerer Mengen kann die Kosten für alle Beteiligten senken.

  • Sollten Sie nicht bereits nachhaltige Baumwolle zum Verkauf beziehen, wären Sie in der Lage und bereit, hiermit zu beginnen?

Fragen, die Ihnen Ihr Lieferant stellen könnte

Ihre Lieferanten haben wahrscheinlich andere Geschäftspartner, die sie wiederum beliefern – bevorzugte Händler oder Baumwolllieferanten. Dies kann zu einem Hindernis werden, wenn Ihre Erwartungen an das Produkt sich auf Kosten oder Lieferzeiten auswirken.

  • Meine Lieferanten können Ihre Anforderungen nicht erfüllen – erwarten Sie, dass ich mit anderen Partnern zusammenarbeite?

    Wenn die Zulieferer Ihres Lieferanten Ihre Anforderungen jedoch erfüllen können, trifft die Beschaffung nachhaltiger Baumwolle nur noch auf sehr wenige Hindernisse. Wenn Ihre Lieferanten jedoch ihre Zulieferer wechseln müssen, um Ihre Anforderungen zu erfüllen, wird dies wahrscheinlich Fragen und Bedenken aufwerfen.

  • Werden Sie die Kosten übernehmen, die meinem Unternehmen durch die Umstellung auf nachhaltige Beschaffung entstehen?

    Wenn Ihre Anforderungen mit Mehrkosten für Ihre Lieferanten verbunden sind, können sie diese Kosten an Sie weitergeben. Obwohl Baumwollprogramme wie BCI kostenneutral sein sollen, muss Ihr Lieferant möglicherweise eine kleinere – und damit teurere – Menge kaufen, um Ihren Bedarf zu decken. Stellen Sie fest, ob es sich um Vorab- oder Folgekosten handelt und überlegen Sie, ob Sie gerechtfertigte Kosten in Ihre Strategie einbeziehen.

  • Wie sieht Ihr Zeitplan aus? Wie flexibel sind Sie?

    Wie Sie inzwischen sicherlich wissen, kann ein Lieferantenwechsel Zeit in Anspruch nehmen. Ihre Lieferanten müssen möglicherweise die gleichen internen und externen Prozesse wie Sie durchlaufen – je mehr Unterstützung sie von Ihnen erhalten, desto besser. Gleichzeitig sollten Sie Ihre Erwartungen z. B. in Bezug auf Lieferfristen so klar wie möglich ausdrücken.

  • Können Sie die Nachfrage nach mehr nachhaltiger Baumwolle garantieren?

    Die Änderungen, die Sie von Ihrem Lieferanten verlangen, können ein Risiko für sein Unternehmen darstellen –, insbesondere wenn die Änderungen den Wechsel eines Zulieferers beinhaltet. Können Sie sich langfristig zum Kauf einer Mindestmenge an nachhaltiger Baumwolle verpflichten, wenn Ihre Kriterien garantiert erfüllt werden?

Den Business Case Ihrer Lieferanten verstehen

Für Sie mag es offensichtlich sein, warum Ihre Lieferanten von einer Beschaffung von nachhaltiger Baumwolle profitieren würden. Bei vielen Marken beschäftigt sich jedoch ein Team für Nachhaltigkeit mit diesen Fragen, und oft sind sich die Lieferanten nicht sicher, ob ihr Zeit- und Geldaufwand sich lohnen wird.

Nehmen Sie sich die Zeit, den gesamten Business Case „nachhaltige Baumwolle“ Ihres Lieferanten zu verstehen – für die Erreichung Ihrer Beschaffungsziele ist dies von unschätzbarem Wert.

FORTSETZUNG DER GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN

Das ist vielleicht der offensichtlichste Geschäftsvorteil für Ihre Lieferanten. Wenn Ihre Lieferanten Ihnen helfen, nachhaltige Baumwolle zu beziehen, können Sie weiterhin Bekleidungsartikel bei ihnen einkaufen. Wenn Sie Ihren Anteil an nachhaltiger Baumwolle erhöhen wollen, vermitteln Sie dies bitte ebenfalls Ihrem Lieferanten.

QUALITATIV HOCHWERTIGERE GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN

Der Übergang zur Beschaffung nachhaltiger Baumwolle erfordert eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Lieferanten. Mittels neuer Kommunikationskanäle können Sie transparentere und gewinnbringendere Geschäftsbeziehungen aufbauen. Es ist wichtig, dass Sie für die Themen offen sind, mit denen sich Ihre Lieferanten auf Grund Ihrer Bestellungen konfrontiert sehen, insbesondere, wenn Sie sie um mehr Transparenz in ihrer eigenen Lieferkette bitten.

GUT AUFGESTELLT FÜR DEN WANDEL DER BRANCHE

Wie Sie sicherlich wissen, findet in der Bekleidungs- und Textilindustrie eine Entwicklung zu mehr nachhaltiger Baumwolle statt. Wenn Sie Ihre Lieferanten dazu bringen, auf Ihren spezifischen Bedarf einzugehen, können sie sich gleichzeitig auf die Wünsche anderer Marken einstellen, die ebenfalls nachhaltige Baumwolle beziehen möchten. Dies versetzt sie in eine gute Ausgangsposition, um von der wachsenden Nachfrage nach nachhaltigerer Baumwolle zu profitieren.

Kommunikation Ihrer nachhaltigen Beschaffungspolitik und Ihrer Beschaffungsziele

Sie sollten Ihre Unternehmenspolitik zur Beschaffung nachhaltiger Baumwolle den richtigen Personen und über die richtigen Kanäle mitteilen. Alle relevanten internen Teams müssen hierüber informiert werden. Achten Sie ebenfalls darauf, dass Sie sich in allen produktbasierten Schulungen aufeinander abstimmen. Diese Kommunikation kann über bestehende interne Kanäle, in Briefings oder über Workshops erfolgen, wobei zusätzliche Informationen als interner Referenzleitfaden oder internes Toolkit für die Baumwollbeschaffung verbreitet werden.

In dieser Phase sollten Ihre Designer und Einkäufer die Bedeutung einer nachhaltigen Beschaffung verstehen und auf Nachfragen seitens der Lieferanten vorbereitet sein. Fragen zur Nachhaltigkeit werden in Zukunft zu Beginn jeder Lieferantenbeziehung zum Standard gehören.

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